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Tesla Roadster 2.0 (2010), Projektname "Darkstar".

"V  e  r  y     O  r  a  n  g  e"


11/2018: Lange ein Wunsch, endlich getan ... einen Roadster der ersten Generation gekauft. Teuer war er, der sogenannte Roadster 2.0. Ungewiss ist auch, wie lange der Akku (und der gesamte Rest des Fahrzeugs) noch durchhalten werden. Zum Zeitpunkt des Kaufs immerhin 8 Jahre alt, allerdings auch nur knappe 16.000 km bewegt. Es handelt sich um eine europäische "Signature Edition" (Nummer 74 von 250) - es gab den in Europa nie anders als als "Signature Edition" - das waren eben die 250 für Europa!). End-gefertigt bei Lotus in Hethel (Grossbritannien) durch damalige Tesla-Mitarbeiter. Ausgeliefert bei Tesla in Frankfurt/Main. Warum end-gefertigt bei Lotus? Weil es sich bei der Basis des Roadsters um eine um 5,2 cm (Radstand) und insgesamt im Heckbereich um 12 cm verlängerte Lotus Elise handelt. Es werden aber wohl nur 6-8% Gleichteile verwendet. Der Farbton heisst offiziell wirklich "Very Orange" und trifft das Ganze sehr gut. Für den Stuttgarter sieht das eher aus wie "Müllabfuhr-metallic". Zu einem solchen Fahrzeug passt's aber perfekt. Der darf auffallen!

Der Tag des Kaufs wird für mich für immer verbunden sein mit dem taggleich bekannt gewordenen Zitat unseres damaligen Bundes-Wirtschaftsministers Peter Altmeier:
"Ich frage mich wirklich, wann Sie, Herr Zetsche (Daimler), oder Sie, Herr Diess (VW), oder Herr Krüger von BMW in der Lage sein werden, ein Elektroauto zu
  bauen, das nur halb so sexy ist wie ein Tesla."
Schweigen im Walde.

Der Tag des Kaufs ist ist leider auch verbunden mit dem Versuch, die DUH mundtot zu machen mit einer Petition bzgl. Aberkennung der Gemeinnützigkeit. Im Grossen und Ganzen hat die mehr erreicht als die meisten Politiker. Ohne die ständigen Tritte der DUH in den Popo der Politik wäre nichts vorangegangen. Und anscheinend liegen sie ja nicht ganz falsch, wenn sie so ziemlich jede Klage gewinnen. Wir werden eben zunehmend von Richtern "regiert" werden, wenn die Politik nichts auf die Reihe bekommt. Ich sehe die Petition nur als weiteres Störfeuer, das erinnert an das letzte Aufbäumen der Pferdekutschenhersteller Ende des 19. Jahrhunderts gegen das Automobil.
Oder Kodak -> Digicam oder Nokia -> Smartphone, oder, oder, oder ...


Damals hat ein Grossteil der Mitarbeiter auf dem Signet unterschrieben. Heute (Ende 2018) beschäftigt Tesla 45.000 Mitarbeiter.


Ein bisschen Tesla-/Roadster-Historie (die nämlich untrennbar mit diesem Fahrzeug verknüpft ist):
Gründung von Tesla im Juli 2003 durch Martin Eberhard und Marc Tarpenning. Elon Musk ist also streng genommen kein "Gründer". Er kam in 2004 (genauso wie JB Straubel) zu Tesla. Ohne die beiden hätte Tesla spätestens im Jahre 2008 nicht mehr existiert. Musk hatte regelmässig für Nachschub an Invest gesorgt (Fremd-Kapital wie sein eigenes!).
An sich grenzt es an ein Wunder, dass Tesla 2008 überlebt hat. Nur durch einen parallelen SpaceX-Erfolg und der damit verbundenen Möglichkeit, an einen weiteren Kredit zu gelangen, war es Musk möglich. Tesla am Leben zu halten. Wie sagt er doch so schön im Interview mit Kara Swisher (11/2018).: "It is absurd that Tesla is alive. ABSURD!"

Der erste Prototyp des Roadsters war 2005 fertig, im Frühjahr 2009 begann die Auslieferung von Serien-Fahrzeugen an Kunden. Ursprünglich war ein Preis von EUR 117.810.- für den europäischen Markt vorgesehen, der sich aber - wie in den USA - während der Entwicklungsphase angekündigt verteuerte. Nur ganz wenige Vorbesteller liessen sich davon abschrecken. Mitte 2009 waren 600 Roadster fertiggestellt (und verkauft), Anfang 2010 1.000 - insgesamt wurden es weltweit 2.450 Stück, weil a) der Vertrag mit Lotus in 2011 auslief, und b) das zweite Fahrzeug des "Masterplans" anlief - das Model S.

Daten:

Roadster 2.0, 53 kWh-Akku (6.831 x 18650 LiIon-Zellen, 400V), Hinterradantrieb, Dauerleistung Motor (Hinterrad): 40 kW (laut COC), Peak: 215 kW (laut Schein 231 -
ich tippe auf Behörden-Übertragungsfehler, da wurde 231 Wh/km ("Verbrauch") im COC mit 231 kWh (Leistung) vom technischen Analphabeten verwechselt) = 292 "PS", Drehmoment: 380 Nm, Leergewicht: 1.335 kg, Reichweite: Zwischen 150 km und 500 km, je nach Bleifuss-Verlangen (offiziell laut COC: 339,8 km, offiziell laut EPA: 393 km), cW-Wert = 0,36, 0-100 km/h: 4,0 s, vmax = 201 km/h, in Brief und Schein Zahlendreher: "210", Lademöglichkeiten: Tesla High Power Wall Connector (HPC), den ich nicht habe und auch nicht haben werde: 16kW = 4h, Schuko mit 3 kW = 24h oder mit dem einphasigen Betrieb einer dreiphasigen CEE-Dose (rot) mit 7,3 kW = 8h. CAC-Wert (Calculated Amp-hour Capacity, ein im amerikanischen Tesla-Forum kontrovers diskutierter Wert) meines Akkupacks zum Zeitpunkt des Kaufs 11/2018: Angeblich 149 (tatsächlich = 147 (selbst ausgelesen), Akku im Neuzustand angeblich = 160), damaliger Kaufpreis in D 2010: circa EUR 130.000.- / Karosserie aus CFK ("Karbon")

Haltbarkeit? Hansjörg von Gemmingen-Hornberg aus Karlsruhe hat mit seinem Roadster zwischen 2009 und 2017 sagenhafte 520.000 km zurückgelegt.

Rad-Reifen:
hi: 225/45R17 90W (79.-) Yoko
vo: 175/55R16 80W (90.-) Yoko

Im Vergleich: Die Lotus Elise:


(C) 2008 car magazine


Weiter mit dem Roadster:


11/2018: Abholung, Rückfahrt und erstes Kennenlernen:


Erstes Zusammentreffen mit dem dicken Schwarzen.

Hochvolt-Technik (400V)


53 kWh-Akku an ehemaliger Mittelmotor-Position des Lotus.

Erstes Fazit nach circa 300 km:

Sehr sportlich tief, man spürt jede Bodenwelle, Gokart-Feeling. Die Sportsitze sind nur in der Ebene vor und zurück verstellbar mit LWS-Support, keine Neigung, aber absolute Spitze!
Flott, deutlich sparsamer (15-25 kwH/100km) als das Model X (18-50 kwH/100km). Strammes Sport-Lenken nötig. Tolle Heizleistung, Spitzen-Sitzheizung. Man fühlt sich insgesamt
wie im Prototypenbau, aber alles robust und durchdacht ausgelegt - natürlich kein Vergleich zu anderen Fahrzeugklassen (wie Model S oder X), und/oder deutlich neueren Fahrzeugen.
Macht einen Riesenspass. Man atmet eben auch ein wenig Elektro-Automobil-Geschichte - immerhin war der Tesla Roadster das erste Elektrofahrzeug der Neuzeit, welches gezeigt
hatte. dass so etwas auch Spaß machen kann, und evtl. eine neue Ära der Individual-Mobilität eingeläutet hat.

Kommenden Frühling stehen an:

Reifen, Scheinwerfer trocken bekommen, SW-Gummi, 12V-Batterie tauschen, KD. Jetzt darf der Orange erst mal in Winterschlaf :-)


Gebaut am 16.09.2009 bei Lotus (UK), Erstzulassung in Deutschland erst ein Jahr später (10/2010).


12/2018: Doch noch zugelassen ... :-)


12/2018: Spannend - mittels eines geeigneten USB-Sticks und etwas KnowHow kann man die LOGs des Fahrzeugs auslesen, und noch lange in die Vergangenheit zurückschauen:

#

oben: Die mir bislang unbekannte Fahrt eines mir unbekannten Fahrers (Vorbesitzer?) vom 20.10.2016, ab 12:07 Uhr (Geschwindigkeit + Temperatur Motor) :-)
unten: Meine Abhol-Fahrt nach Kauf zurück nach Stuttgart.

Ebenfalls auslesen lässt sich (mit einem anderen Tool) der oben bereits beschriebene "CAC"-Wert, der wohl einen Anhaltspunkt für den Zustand des Akkus bietet:

02/03/2012 10:49:08 | 1328262548 | DAY | odo = 2003.9 range soc = 0%, brick ave 156.997Ah, brick min 155.458Ah, min Ah brick 76, CAC 155.79 Ah
(ältester aus heutiger Sicht einsehbarer Wert)

... viele weitere Daten ...
12/07/2018 17:11:51 | 1544199111 | DAY | odo = 9850.3 range soc = 83%, brick ave 149.472Ah, brick min 146.337Ah, min Ah brick 95, CAC 146.65 Ah
(aktuellster Wert)

Heisst was? Wenn man von einem angeblichen CAC-Wert von 160 bei einem neuen Akku ausgeht, dann hatte dieser am 3.2.2012 noch 98% und heute 92% Restkapazität :-) !


Der Versuch, die (s.o.) falschen technischen Daten aus Brief und Schein im Rahmen der Zulassung in Stuttgart zu eliminieren, hätte problemlos in eine Vorabend-Comedy münden können:

"Ja, aber da fehlen doch die Umdrehungen". "NEIN. Das ist ein Elektrofahrzeug!"
"Ja, aber da fehlt ja die Reichweite. Da kann ich Ihnen kein "E"-Kennzeichen eintragen". "DOCH. Können Sie. Ich rechne es Ihnen gerne aus. Ich kenne die Grösse des Akkus und den Verbrauch."
"NEIN! Das kann nur ein Ingenieur". "Ich hätte auch einen Taschenrechner für die Division dabei ..." Kollegin: "Aber des brauchsch doch nur bei Hybrid-Fahrzeugen". "Puh ..."
"Ja, aber da passt ja Brief und Schein nicht zusammen. Da fehlt ja wohl ein alter Brief!" "Hatten Sie vor 4 Sekunden noch in der Hand."
"Und Sie möchten statt der 231"kW" nun die 40 eintragen lassen?" "JA."
"O.K. - die Höchstgeschwindigkeit ist wohl ein Zahlendreher gewesen." "JA."

Dankenswerterweise verzichtete man auf die Berechnung eines neuen Briefes - als eine Art "Amtshilfe" für die vorherig irrigen Kollegen.


https://www.speakev.com/threads/charging-tesla-roadster-at-60a-on-ac-rapids.2406/

https://sites.google.com/site/thecantesla2j1772/home

https://www.stoc-shop.ch/shop/roadster-adapter/